Partager l'article ! Vive la presse allemande!!!: Oui il faut le souligner, la presse allemande n'a pas froid aux yeux, surtout quand il s'agit de la présidence français ...
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Bildstrecke Carla Bruni |
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Der Text zu "Je suis un enfant" kommentiert genau diese Art zu singen: "Ich bin ein Kind, trotz meiner vierzig Jahre, trotz meiner 30 Liebhaber, ein Kind." Dazu hat Bruni Robert Schumanns erstes Stück der Kinderszenen gecovert und mit hüpfenden Synthesizerakkorden zu einem Karusselliedchen gemacht. Carla Obama Zu dieser Stimme passte das einfache Flair ihrer ersten CD perfekt, die mit ihrem leisen Geplonker klang, als hätte da ein nettes Mädchen mit seiner Gitarre zu Hause etwas aufgenommen. Jetzt aber: Hörner, Klarinetten, Vibraphone, Querflöten zuweilen ein Bläsersatz, der wohl an "Sergeant Pepper" erinnern soll. In ihrer kompositorisch bemerkenswert austarierten Mischkalkulation erinnert die CD an den Werbecoup Barack Obamas, der kürzlich die Playlist seines iPods ins Netz stellte, und auf dem dann für jede Wählerschicht ein paar Songs dabei waren. Durch Brunis elf selbstgeschriebene Songs schwebt ein wenig Country-Folk, manches klingt nach Françoise Hardy und verwehtem Zigarettenrauch, es gibt weiche, abgeschliffene Jazzakkorde und Bluegrass-Plingpling. Ferner covert Bruni Bob Dylan, eine Interpretation von Francesco Guccinis "Il veccio e il bambino" erinnert den Zuhörer an ihre Herkunft, und dann wird noch ein Houellebecq-Gedicht vertont: "Wenn zwei Körper ihr Glück genießen / und sich immer und immer wieder vereinigen . . ." Frankreich zerreißt sich natürlich das Maul darüber, ob das jetzt der Körper des Präsidenten ist, der sich da vereinigen darf. Als ob nichts gewesen wäre Das Interessanteste an dem Album ist sein Titel. "Comme si de rien n'etait", die Platte tut, als ob nichts sei, als ob sich nichts im Leben dieser Liedermacherin geändert hätte. Auf dem Cover läuft die Musikerin ganz privat durch menschenleere Natur und in der ausführlichen Biographie auf ihrer Webseite wird mit keinem Wort die dramatische Veränderung in ihrem Leben erwähnt. Da wirkt es fast schon wie ein Witz, dass das Label, auf dem die Präsidentinnen-CD erscheint, auch noch "Naïve" heißt. Die Platte wird natürlich nicht rezipiert, comme si de rien n'etait. Alle Zeitungen machten mit ihr auf, die Libération räumte die ersten sechs Seiten für ein Interview mit Bruni frei. Nun kann man bei der Libération, anders als bei Le Monde nicht von einer Einflussnahme des Präsidenten ausgehen, der Besitzer des Verlags, Edouard de Rothschild gilt als Persona non grata im Elysée. Président Bling-Bling Mit einem aus dem Jargon des Rap entlehnten Begriff für den Hang zu protzigem Goldschmuck ließ er Sarkozy auf der Titelseite als "Président Bling-Bling" karikieren, ein Name, der an ihm haften blieb. Dennoch ist es hanebüchener Unsinn, wenn die Libération ihre Sonderausgabe damit begründet, dass Bruni nunmal eine herausragende Sängerin sei. Ach ja, und außerdem sei sie ja Präsidentengattin, aber das, Ehrenwort, habe nun wirklich nichts mit dieser monothematischen Aufmachung zu tun. Finanziell hat sich der Coup gelohnt, die Zeitung verkaufte an dem Wochenende 50 Prozent mehr als sonst. |
Carla Bruni betonte in dem Interview mehrfach, sie sei nichts als eine Sängerin. Sie mag das so empfinden, als aber der Figaro vorab aus dem Liebeslied "Tu es ma came" (Du bist meine Droge) die Liedzeile "Tu es plus dangereux que la blanche colombienne" druckte (Du bist gefährlicher als die weiße Kolumbianerin, also Kokain), beschwerte sich der kolumbianische Außenminister, Fernando Araujo.
"Es ist äußerst schmerzhaft, solche Worte aus dem Mund der Präsidentengattin zu hören", schrieb Araujo und machte damit klar, dass das eben nicht so einfach ist mit der Rollenteilung: Carla Bruni mag Popstar sein, ihre Texte werden ab sofort immer auch als offizielle Statements gelesen. Sie stellte eilig klar, "Tu es ma came" sei kein Plädoyer für die Freigabe von Cannabis, und sie selbst sei strictement gegen Drogen.
Der Soziologe François-Bernard Huyghe schreibt, Bruni habe an der Seite Sarkozys in wenigen Monaten drei Rollen durchgespielt: Erst sei sie wahrgenommen worden als neue Trophäe des Präsidenten, der sich ja gerne - bling-bling - mit Milliardären und protzigen Statussymbolen umgibt.
Dann sei sie zur strahlenden Ikone aufgestiegen, da sie ihre Rolle als Präsidentengattin auf den England- und Israelreisen so überraschend stilvoll bekleidete. Jetzt erfinde sie sich neu als Staats-Star. Das mag sein, das wirklich Spannende an ihr aber ist, wie sie selbst die verschiedenen Rollen souverän und verwirrend miteinander mischt.
Schlüpfrige Details
Vor wenigen Wochen erschien "Carla et Nicolas, la véritable histoire", das Buch zweier Journalisten, das sich nur mit der Beziehung der beiden beschäftigt. Erstaunlich ist nicht, dass ein solches Buch auf den Markt kommt, sondern nur die Tatsache, dass Bruni sich mit den beiden Autoren getroffen hat und selbst auf der einen Seite die züchtige Präsidentengattin gibt, auf der anderen Seite aber über die Duckmäuser im Elysee herzieht und lauter anzügliche Details über ihre Beziehung zum Besten gibt.
So erzählte sie, wie sie einmal mit der ledigen Justizministerin Rachida Dati durch ihre privaten Räume im Elysee lief, auf das Doppelbett im Schlafzimmer deutete und triumphierend lächelnd sagte: "Da würdest du selbst gerne drin liegen, stimmt's?"
Auf der CD spielt sie ebenfalls mit ihrer früheren Rolle als Femme Fatale (sie war unter anderem liiert mit Mick Jagger, Eric Clapton, Kevin Costner, Donald Trump und Sean Connery), feiert dann aber in "Ta Tienne" die Monogamie, wirft sich ihrem Mann zu Füßen und spielt in einer einzigen Zeile ihre drei Rollen durch: "Du bist mein Seigneur, Du bist mein Cheri, Du bist meine Orgie."
Emanzipation im Regierungssitz
Als am Mittwoch die Songs im Internet freigeschaltet wurden, rief sie die Präsidentengattinnen in aller Welt dazu auf, nicht nur als optisches Anhängsel zu fungieren, sondern selbst Karriere zu machen. Ihr selbst habe da Cherie Blair geholfen, die ja auch berufstätig gewesen sei während der Amtszeit ihres Tony.
Live wird man Carla Bruni mit diesem Album nicht erleben können: Eine First Lady auf Konzerttournee, das geht dem Elysée dann doch zu weit. Fragt sich, wie lange sie sich daran hält. Und eine diabolisch interessante Vorstellung ist ja, wie uralt Nicolas Sarkozy, dem sie in "Je suis un enfant" immerhin hinreibt, dass er ihr 31. Mann ist, aussehen würde, wenn Carla Bruni ihrer Rolle als First Lady überdrüssig würde.
Traduction de quelques passages sur demande!